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Schematherapie Curriculum 2026

Schematherapie Curriculum 2026

Hinweis: Eine Wiederholung des Curriculums in 2027 ist geplant! Die Termine werden rechtzeitig bekannt gegeben.

Einleitende Information

Die Schematherapie nach Young (Young, Klosko & Weishaar, 2005) stellt einen aus der traditionellen kognitiven Verhaltenstherapie weiterentwickelten Ansatz zur Behandlung psychischer Störungen, insbesondere chronischer Achse-I- und Persönlichkeitsstörungen, dar, der auf eine ganzheitliche Verbesserung der Symptomatik abzielt. Bei der Schematherapie wird die bisherige verhaltensorientierte und kognitive Perspektive um eine emotionale und erlebniszentrierte erweitert, zudem wird die therapeutische Beziehung mehr in den Fokus gerückt.

Das von der International Society of Schema Therapy (ISST) anerkannte Basis-Curriculum wird an der Universitätsklinik in Marburg durchgeführt. Es kann das gesamte Curriculum oder Einzelworkshops gebucht werden. Für die Zertifizierung ist eine Teilnahme an allen Workshops notwendig. In diesen Workshops werden Grundlagen der Schematherapie und ihre zentralen Techniken vermittelt.

Was ist Schematherapie?

Bei der Schematherapie handelt es sich um ein integratives Therapiekonzept, das Elemente der Gestalttherapie, der Bindungstheorie und psychoanalytische Sichtweisen mit der kognitiven Verhaltenstherapie vereint.

Wichtige Elemente der Schematherapie sind einerseits die „Schemata“ oder „Lebensfallen“ und andererseits „aktuelle Selbstanteile“ oder „Schema-Modi“. Schemata sind starre und dysfunktionale Lebensmuster, die Patienten in der zufriedenstellenden Gestaltung ihres Lebens beeinträchtigen. Schema-Modi werden hingegen aktuelle emotionale Zustände oder Selbstanteile genannt, die zu einem bestimmten Zeitpunkt das Erleben und Verhalten eines Patienten dominieren.

Zentraler Baustein des therapeutischen Prozesses ist die Therapiebeziehung, die durch begrenzte elterliche Fürsorge („limited reparenting“) gekennzeichnet ist. Durch begrenzte elterliche Fürsorge sollen Patienten die Erfahrungen nachholen können, die während ihres Aufwachsens fehlten und durch deren Abwesenheit bestimmte Schemata und Bewältigungsstrategien entstanden sind.

Ziel der Schematherapie ist, den Patienten zu helfen, Kernbedürfnisse zu erkennen und mit ihnen zu erarbeiten, wie sie diese in adaptiver Weise befriedigen können.

Basisworkshop I – Dr. Hans Onno Röttgers

Einführung in die Schematherapie (12 UE), 29.05.2026, 14-19 Uhr & 30.05.2026, 9-15 Uhr

  • Kompakte Einführung in zentrale Konzepte und Begriffe der Schematherapie
  • Fokus auf Schemakonzept, Modusmodell und Bewältigungsstrategien (nach Jeffrey Young)
  • Selbsterfahrung durch Gruppenübung zur Schema-Identifikation
  • Einführung in die therapeutische Beziehung und Interventionsmethoden
  • Überblick über die aktuelle Forschung, Wirksamkeitsnachweise und Diagnostik

Zeitablauf 29.05.2026: 14-15:30 Uhr, 15 min. Pause, 15:45-17:15 Uhr, 15 min. Pause, 17:30-19 Uhr

Zeitablauf 30.05.2026: 9-10:30 Uhr, 30 min. Pause, 11-12:30 Uhr, 60 min. Pause, 13:30-15 Uhr

Basisworkshop II – Dr. Ellen Gross

Stühledialoge u. Anwendung des Modusmodells (14 UE), 12.06.2026, 14-20 Uhr & 13.06.2026, 9-16 Uhr

  • Vertiefung der Modusarbeit mit Fokus auf Stühlearbeit
  • Anwendung empathischer Konfrontation in der Modusarbeit
  • Umgang mit strafenden Elternmodi und deren Begrenzung

Zeitablauf 12.06.2026: 14-15:30 Uhr, 15 min. Pause, 15:45-17:15 Uhr, 15 min. Pause, 17:30-19 Uhr, 15 min. Pause, 19:15-20 Uhr

Zeitablauf 13.06.2026: 9-10:30 Uhr, 30 min. Pause, 11-12:30 Uhr, 60 min. Pause, 13:30-15 Uhr, 15 min. Pause, 15:15-16 Uhr

Basisworkshop III – Dipl.-Psych. Wiebke Martens

Imaginative und kognitive Techniken und Therapeutische Beziehungen (12 UE), 28.08.2026, 14-20 Uhr & 29.08.2026, 9:30-14 Uhr

  • Einführung in das Imaginative Überschreiben (Imagery Rescripting)
  • Praktische Anwendung kognitiver Techniken (Schema-Tagebuch, Schema-Memo, innerer Dialog, Hausaufgaben)
  • Vertiefung der Gestaltung der therapeutischen Beziehung

Zeitablauf 28.08.2026: 14-15:30 Uhr, 15 min. Pause, 15:45-17:15 Uhr, 15 min. Pause, 17:30-19 Uhr, 15 min. Pause, 19:15-20 Uhr

Zeitablauf 29.08.2026: 9:30-11 Uhr, 15 min. Pause, 11:15-12:45 Uhr, 30 min. Pause, 13:15-14 Uhr

Basisworkshop IV – Dr. Hans Onno Röttgers

Fallkonzeptualisierung, Therapieplanung, Umgang mit schwierigen Therapiesituationen (16 UE), 06.11.2026, 9-16:30 Uhr & 07.11.2026, 9-16:30 Uhr

  • Erstellung einer schriftlichen Fallkonzeptualisierung mit dem Modus-Modell
  • Entwicklung eines individuellen schematherapeutischen Behandlungsplans
  • Reflexion möglicher therapeutischer Fallstricke und Gegenübertragungen
  • Praktische Übung: Erstellung und Besprechung eigener Fallbeispiele
  • Einführung in spezielle Aspekte der Behandlung von Persönlichkeits- und Achse-I-Störungen
  • Training zum Umgang mit schwierigen und herausfordernden Therapiesituationen

Zeitablauf 06.11.2026 & 07.11.2026: 9-10:30 Uhr, 15 min. Pause, 10:45-12:15 Uhr, 60 min. Pause, 13:15-14:45 Uhr, 15 min. Pause, 15-16:30 Uhr

Die Referent:innen

Dr. Hans Onno Röttgers ist psychologischer Psychotherapeut (VT), Supervisor, Coach und Dozent. Er arbeitet in eigener Praxis. Seit 2014 leitet er schematherapeutische Supervisionen und Workshops. Er ist Gründer und Leiter des Schemainstituts in Kassel.

Dr. Ellen Gross ist Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie (VT), Schematherapeutin, Dozentin und Supervisorin. Sie arbeitet in eigener Praxis und führt seit 2011 schematherapeutische Supervisionen und Workshops durch.

Dipl.-Psych. Wiebke Martens ist approbierte psychologische Psychotherapeutin (VT), Schematherapeutin, Dozentin und Supervisorin. Seit 2020 ist sie als schematherapeutische Supervisorin tätig und leitet schematherapeutische Workshops.

Anmeldung

Die Workshops können als gesamtes Curriculum oder als Einzelveranstaltung gebucht werden. Für die Zertifizierung ist die Teilnahme an allen Workshops notwendig. Wir freuen uns über Ihre verbindliche Anmeldung bis 4 Wochen vor der jeweiligen Veranstaltung per E-Mail: roettgers@ivv-marburg.de Tel. 06421/9837086

Veranstaltungsort

Die Workshops finden in der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie (UKGM) der Philipps-Universität Marburg, Rudolf-Bultmann-Str. 8, 35039 Marburg, statt.

Teilnahme

Das Fortbildungsangebot richtet sich an psychologische und ärztliche Psychotherapeut:innen, Psycholog:innen und Ärzt:innen in fortgeschrittener Weiterbildung.

Teilnehmer:innenzahl

Mindestens 12 Personen, maximal 20 Personen. Fortbildungspunkte wurden bei der Psychotherapeutenkammer Hessen beantragt. Zu erwarten sind jeweils 1 Punkt pro UE.

Teilnahmegebühr

Die Kosten für eine UE betragen 29,- €, was Kosten von 1.566,- € für die Teilnahme am gesamten Curriculum ergeben (10% Ermäßigung für Teilnehmende in Ausbildung).

Stornierung

Bei Stornierung bis spätestens zwei Wochen vor der jeweiligen Veranstaltung wird die Gebühr zurückerstattet. Bei Stornierungen nach diesem Zeitpunkt ist keine Rückerstattung möglich.